Der selbstverwaltete Jugendklub

Selbstverwalteter Jugendklub? Was das sein soll, wie das funktionieren soll? Gut, nähern wir uns dem Thema vom Standpunkt eines Jugendlichen und eines Sozialarbeiters.

Junge Menschen wollen, so die durchaus begründete Annahme, Zeit und Raum miteinander teilen (zumindest soweit es die eigene Peer Group betrifft), sich treffen, miteinander quatschen, abhängen, sich ausprobieren, Grenzen austesten, sozial lernen, Identität entwickeln, sich Räume aneignen, sich vom Alltagsstreß Schule erholen und noch vieles mehr (wir verzichten jetzt mal auf eine wissenschaftliche Betrachtung). Dazu eignet sich in besonderem Maße ein Jugendzentrum, ersatzweise auch ein Jugendklub oder ein Raum. In so einem Jugendzentrum stehen bei günstigen Ausgangsbedingungen (sprich einer ausreichenden Förderung durch das zuständige Jugendamt) und der Welt zugewandten Sozialarbeiterinnen, die wissen was junge Menschen interessant finden und was sie tatsächlich wollen, ausreichend Möglichkeiten zur Verfügung. Jetzt haben wir also eine Grundvoraussetzung um jungen Menschen die Gelegenheit zu geben selbst Verantwortung für sich und Andere zu lernen und zu übernehmen. Was wir jetzt noch brauchen ist einer dieser jungen Menschen, der bereit ist sich weiterzubilden (Stichwort JULEICA) und sozusagen die Generalverantwortung für die Dinge die es in so einem Jugendzentrum gibt, zu übernehmen. Haben wir auch diese Hürde genommen geht es an die Verhandlungen mit den Beteiligten.

Nun ist es ja nicht gerade so, dass ständig Alle gleichzeitig verfügbar sind, der Prozeß zieht sich also hin, aber irgendwann ist man an dem Punkt, wo es sinnvoll erscheint das Projekt „Selbstverwaltung“ ( also dann wenn kein hauptberuflich beschäftigter Sozialarbeiter verfügbar ist) zu starten. Es werden unter den Beteiligten Regeln vereinbart (diesmal ohne Sozialarbeiter) und für Alle sichtbar aufgeschrieben. dann wird das Jugendzentrum an den Inhaber der JULEICA per Protokoll übergeben und dem ersten Öffnungstag an normalen Schließtagen wie Samstag und Sonntag steht nichts mehr im Wege. Vereinbart wird natürlich auch die Rückgabe und welcher Mindestzustand erwartet wird.

So eine Vereinbarung ist nicht schwer zu formulieren und ist stets auch auszuhandeln, um den Beteiligten gerecht zu werden. Übergeben wird also nicht nur das Jugendzentrum selbst sondern auch das Inventar, die Ware und ein (möglichst) sauberer Grundzustand.

Kommt der oder die Sozialarbeiterin dann zum regulären Dienst, findet die Rückübergabe statt und man lässt sich berichten wie und was in der Selbstverwaltung so lief.

Als der Verfasser dieses kurzen Textes zum Dienst erschien und das Jugendzentrum sauber und aufgeräumt vorfand war er dann doch schwer beeindruckt.

Fazit: Wir können nur jedem Sozialarbeiter raten, motiviert Jugendliche zur Selbstverwaltung „ihres“ Jugendzentrums zu den Zeiten wo ihr nicht da seid und scheut nicht die Probleme (dann wird eben neu verhandelt) die damit einhergehen könnten. Ihr ermöglicht euren Jugendlichen Entwicklungsschritte die sie sonst möglicherweise nur unter schwierigeren Bedingungen erreichen könnten.