Unser Statement zu Chemnitz

Wieviele Hiltergrüße braucht es, damit der besorgte Bürger beginnt zu fragen; Will ich tatsächlich mit Nazis demonstrieren? Wir denken, dazu braucht es nicht einen Einzigen. Wer besorgt ist sollte den Diskurs einfordern und nicht ein Opfer von Gewalt benutzen, um die Abschiebung von Ausländern zu fordern und sich dabei still mit Ausländerfeinden und Rassisten gemein zu machen. Wir als Sozialarbeiter fragen uns; Wo sind all die Proteste gegen den 74 jährigen der einen 77 jährigen wegen einer Lappalie mit dem Auto überfährt, wo sind all die Protestler, die auf die Straße gehen, weil ein Elternpaar ihren 9 jährigen Sohn für sexuellen Missbrauch an Männer verkauft, wo sind all die Protestler die gegen das  derzeitige Hartz4 System aufbegehren, wo sind die Proteste, wenn im ländlichen Raum  die sozialen Strukturen deutlich reduziert werden, weil es angeblich keine Alternative gäbe, wo sind all die Kämpfer für gerechte Mindestlöhne? Bei diesen Themen sind sie nicht zu finden, es ist wohl dem „besorgten“ Bürger kaum zuzumuten, sich in diesem Land einzumischen, unser Grundgesetz ernst zu nehmen oder sich gar für die Belange anderer einzusetzen. Aus vielen und guten Grund möchte sich dieses Land, mindestens an die Menschenrechte halten und dazu gehört eben nicht, wahllos auf alles einzuschlagen was einem nicht vertraut ist und auch nicht, sich mit Nazis zu verbünden. Keiner bezweifelt, dass es Probleme gibt, nur haben wir dafür die Instrumente um dem zu begegnen, dazu braucht es keinen Mob der versucht alles zunichte zu machen, was dieses Land in jahrzehntelanger Arbeit mühsam aufgebaut wird und es braucht auch keinen, der sich als selbsternannter Sheriff betätigt und nach dem Prinzip „Auge um Auge“, Zahn um Zahn“ agiert.